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Peter Thiel gibt Bitcoin Einschätzung ab

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Heute fand in Berlin eine seltene Veranstaltung statt. Der deutsche Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Philipp Rösler, hatte Unternehmer ins Umspannwerk Alexanderplatz eingeladen. Der Anlass der Einladung war eine Diskussionsrunde mit dem US Amerikanischen Unternehmer und Investor Peter Thiel. Deutsche Unternehmer sollten die Gelegenheit bekommen, Peter Thiel sprechen zu hören. Nach einem ca. einstündigen Vortrag gab es eine Fragenrunde.

peter thiel in berlin

Peter Thiel (links am Tisch) am 02.09.2013 im Umspannwerk Alexanderplatz Berlin

 

Peter Thiel als Gründer und Investor

Aber zunächst zu Peter Thiel. Peter Thiel ist in den USA fast schon eine Legende. Seine Berühmtheit verdankt er insbesondere zwei Dingen. Zum einen hat er das online Bezahlsystem PayPal mitgegründet, später war er der erste Investor bei facebook. PayPal ist ein Dienstleister der es seinen Kunden ermöglicht Zahlungen per e-mail durchzuführen. PayPal übernimmt die dahinter liegende Abwicklung. Im Jahr 2002 hat eBay PayPal gekauft. Zu diesem Zeitpunkt gehörten Peter Thiel noch ca. 3,7% des Unternehmens, sein Anteil war ungefähr 55 Mio. USD wert.  Im Jahr 2004 stieg Peter Thiel mit für eine halbe Million US Dollar bei Facebook ein und bekam dafür 10,2% der Anteile. Der Rest ist Geschichte.

Stellungnahme zum Geldsystem

Aus Bitcoin Sicht ist eine Rede von Peter Thiel aus dem Jahr 1999 interessant. Hier sagte er (frei übersetzt) im Zusammenhang mit der PayPal Gründung folgendes:

Wir sind hier definitiv an etwas Großem dran. Die Nachfrage, die PayPal bedient ist monumental. Jeder auf der Welt braucht Geld – um bezahlt zu werden, um Handel zu treiben, um zu leben. Papiergeld ist eine altertümliche Technologie und ein unbequemes Zahlungsmittel. Es kann einem ausgehen. Es nutzt sich ab. Man kann es verlieren oder es kann gestohlen werden. Im 21. Jahrhundert brauchen die Menschen eine Art von Geld die komfortabler und sicherer ist. Etwas, das von überall mit einem PDA oder per Internet zugänglich ist. Was wir für amerikanische Nutzer ‘komfortabel’ nennen, ist natürlich revolutionär in Entwicklungsländern. […] Viele dieser Länder nutzen Inflation und manchmal Währungsabwertungen, wie wir sie in Russland und Südost-Asien letztes Jahr gesehen haben, um ihren Bürgern Vermögen weg zu nehmen.

Im Jahr 1999 gab es noch keine Bitcoins. Der Bedarf für ein innovatives Geldsystem war aber bereits da. Peter Thiel und seine Mitgründer von PayPal haben das erkannt. Diese Nachfrage war eine zentrale Motivation für sie, PayPal zu gründen. Da Peter Thiel sich also schon eine Weile mit dem Geldsystem beschäftigt, wäre es interessant zu wissen, wie er zu Bitcoins steht.

Peter Thiel und Bitcoins

Einen sehr deutlichen Hinweis gab es bereits, dass sich der PayPal Mitgründer intensiv mit Bitcoins beschäftigt. Im Mai 2013 wurde bekannt, dass Peter Thiel mit einem Investment von 2 Mio. USD bei BitPay eingestiegen ist. BitPay ist ein Bitcoin basierter Zahlungsdiensteanbieter. Es handelt sich also um eine Branche und ein Geschäftsmodell, das Peter Thiel bestens kennen sollte.  Die Beteiligung an BitPay ist ein Signal, dass er eine Zukunft in Bitcoins sieht.

Beim heutigen Vortrag im Umspannwerk ging es in erster Linie um Unternehmertum im Allgemeinen. Zudem wurden viele Vergleiche gezogen zwischen dem Silicon Valley in Kalifornien und Deutschland als Gründungsstandort. Ein bißchen wurde auch aus dem Nähkästchen geplaudert über die Anfänge von Facebook und was aus seiner Sicht Gründungen erfolgreich macht.

In der Fragerunde konnte dann auf individuelle Themen eingegangen werden. Jörg von Mickwitz von Bitcoins Berlin kam unter anderem zum Zug und fragte Peter Thiel nach seiner Einschätzung zu Bitcoins. Die Antwort fiel überraschend konkret aus. Er sagte es sei eine sehr interessante Technologie mit viel Potenzial. Natürlich sei noch nicht klar, wie die Zukunft von Bitcoin aussehen werde. Die Verbreitung von Bitcoins ist noch nicht groß genug, um ihr mögliches Verschwinden sicher verneinen zu können. Aber er ordne einer großen Verbreitung und damit einem zukünftigen Erfolg von Bitcoins eine Wahrscheinlichkeit von etwa 20% zu.

Die Aussage von Peter Thiel ist nicht nur überraschend konkret, sondern zeigt auch seinen Optimismus im Hinblick auf Bitcoins. Immerhin gibt es Bitcoins noch nicht mal fünf Jahre. Eine alternative Währung zu etablieren ist alles andere als eine leichte Aufgabe. Zumal Bitcoins dezentral sind und es nicht die eine Institution gibt, die eine Bitcoin Verbreitung aktiv voran treibt. Deswegen ist die Aussage als sehr positiv einzuschätzen und ist ein starkes Signal von jemandem, der sich mit Geldsystemen sicher deutlich besser auskennt, als viele andere Kommentatoren.

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Radoslav Albrecht

Radoslav Albrecht

Ich arbeite seit August 2013 an bitcoins21. Neben meiner Begeisterung für Bitcoins reise ich gerne und mache viel Sport. Bei Fragen schreibt mir eine email an: radko@bitcoins21.com